Mauritius e.V.
 

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Kunstsommer Kirche Büden

Sonntag, 09 Dez 2018
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Zur Geschichte der Büdener Kirche


Büden, im Jahr 993 zum ersten Mal in den Urkunden der ottonischen Kaiser erwähnt, war schon in früheren Jahrhunderten Siedlungsgebiet der Germanen und Wenden, die später hier siedelten. Archäologische Funde mit typischer Bandkeramik lassen auf einen sehr alten und zugleich wichtigen Siedlungsort schließen. Büden gehörte früher zum Kloster Memleben, dann zum Domkapitel Magdeburg, woher auch das gemeinsame Kirchspiel mit Nedlitz resultiert. Schließlich gehörte der Ort zum Kloster Leitzkau. Das Patronatsrecht ging nach der Reformation durch Kauf in den Besitz der Familie von Münchhausen über, die es bis zu ihrer Vertreibung 1945 behält. Patronatsherr war der Freiherr von Münchhausen-Althaus. Der Ortsname Büden wurde im Jahr 1420 zum ersten Mal urkundlich erwähnt.


Die Geschichte der Kirche St. Mauritius, die in ihrer Gestalt bis zum heutigen Tag, das Ortsbild entscheidend prägt ist, kaum erforscht. Wann zum ersten Mal eine Kirche oder Kapelle erwähnt wird, ist nicht bekannt. Die Kirche selbst, zumindest scheint der Name des Patrons darauf zu verweisen, ist eine Stiftung des Domkapitels Magdeburg gewesen und datiert in das späte 13. Jahrhundert. Die Kirche scheint in wesentlichen Elementen mit Turm und Schiff bereits in dieser  Zeit gebaut worden zu sein. Der massive und imposante Westturm, wie auch das sehr schmale Schiff wurden bis zum Beginn der heutigen Apsis herangeführt. Fensteröffnungen und alte Putzreste des Vorgängerbaus verraten die ursprüngliche Ausdehnung. Fensterumrahmungen aus Bruchstein sind an der Südseite des Chorbereichs erhalten.


Wann der Anbau nördlich des Schiffes errichtet wurde ist nicht klar. Balkenköpfe in einigen Metern Höhe verraten eine emporenartigen Einbau, ein vergittertes Fenster im Bereich der heutigen Sakristei weist auf eine Unterkellerung hin. Ob sich hier eine Gruft oder ein Keller befand, was allerdings eher ungewöhnlich erscheint, lässt sich an dieser Stelle nicht beantworten.


Der ursprüngliche Eingang erfolgte von der Südseite der Schiffes in Nähe des Turms, wie die Reste eines Türstockes erahnen lassen. Der Turm selbst hatte ursprünglich keinen Zugang,  dieser erfolgte erst später durch eine schlichte Tür.


Ein großes westliches Triumphportal in gotischer Form, welcher Turm und Schiff auf großzügige Weise verband ist im Mauerwerk erkennbar.


Während der Revisionen nach der Reformation und den Verwüstungen des Dreißgjährigen Krieges diente die Kirche als Wohnung und Stallgebäude des Nedlitzer Pfarrers. Nach einer langen Nutzungsphase, den Entnahmen von wertvollen Sakralgeräten, darunter reich bestickte Messgewänder und eine reichverzierte Monstranz wurde das Gebäude nach den Reichseinigungskriegen 1870/71 und einem auf Kosten der Bauernschaft grundlegend erneuert. Die bis 1879 erfolgten Umbaumaßnahmen führten zu einer radikalen Veränderung des äußeren und inneren Erscheinungsbildes. Die Errichtung des südlichen Anbaus wurde nicht nur eine Querschiff gewonnen, sondern dem Raum auch eine neue Großzügigkeit verliehen. Durch die Errichtung einer Apsis, dem Einbau eines reich geschmückten Ornamentfenster, "Jesus als guten Hirten" darstellend und die Entscheidung für eine offenen Dachstuhl, in moderner industrieller Herstellung, versuchte man das Erscheinungsbild der Kirche neoromanisch zu erneuern. Der Einbau einer neuen Orgelempore fiel sehr niedrig aus, da das Instrument sehr aufwendig gestaltet war. Unter der Empore entstand eine heizbare Winterkirche, die zum Kirchenschiff verglast war.


Der Dachstuhl des Schiffes wurde erneuert und etwas niedriger errichtet, was allerdings zu einer Disproportion im Vergleich zum Turm führte. Bei der Eindeckung von Turm und Schiff wurde Schiefer verwendet.


1929 wurde bei einem Einschlag durch einen Kugelblitz die Kirche teilweise beschädigt. Dabei wurden die Bronzeglocken zerstört und das Kirchenschiff  teilweise in Brand setzte. Im Zusammenhang mit den Reparaturarbeiten wurde die Schiefereindeckung des Kirchenschiffes entfernt und durch ein wenig witterungsbeständiges Pappdach ersetzt, was  den schlechten Bauzustand des Hauses nach dem 2. Weltkrieg erklärt. 1965 fand die letzte Taufe, 1967 die letzte Konfirmation in der Kirche statt. Seit diesem Zeitpunkt wurde das Gebäude nicht mehr genutzt. Mehrfache Versuche, um die Kirche zu reparieren scheiterten, trotz Sammlungen für eine Sanierung in der Bevölkerung. Die durch Brandstiftung erfolgte Zerstörung zog den Schlussstrich unter diese Entwicklung. Ein Wiederaufbau nach dem Brand von 1985 scheiterte sicher auch an den politischen Verhältnissen.


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Im Jahre 2000 wurde auf Initiative von Herrn Hinrich Jerems der „Verein zum Wiederaufbau der Büdener Kirche e.V.“ gegründet.


Zu diesem Zeitpunkt waren von der Büdener Kirche nur die Außenmauern erhalten.


Das Kirchendach war während des Brandes eingestürzt. Der Boden der Kirche war mit diesen Trümmern bedeckt. Die Kanzel, die ehemalige Bestuhlung, die Empore mit der Orgel und die Stuckelemente waren unter dem einstürzenden Dach begraben.


Nur die Apsis mit Resten einer Wandmalerei hat den Brand mit großen Beschädigungen überstanden.


Teile der beweglichen Innenausstattung, wie ein reichverziertes Ornamentfenster in Glasmalerei "Jesus als guter Hirte" und Teile des Taufbeckens wurden bereits 1983 sichergestellt.

 

 

 

 

 

 

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